Helena Waldmann



_ Biographisches

"Forschung auf dem Feld der Blicke" nennt Helena Waldmann die Inszenierungsreihe, die von 1993-99 am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt a.M. entstand: "die krankheit tod", "circuit", "face ... ą", "vodka konkav", "glücksjohnny" und "CheshireCat®". Im Juli 2000 hatte "see and be scene" im Rahmen der Berliner Festspiele Premiere. Helena Waldmann inszenierte am Schauspielhaus Bochum, arbeitete mit George Tabori, Axel Manthey, Gerhard Bohner, lernte bei Heiner Müller, Emma Lewis Thomas, Molly Davies und studierte von 1982-87 Angewandte Theaterwissenschaften in Giessen. Im Jahr 2000 ist sie artist in residence im Podewil.
_ Arbeitsansatz

Helena Waldmann inszeniert genussvolle TheaterLichtSpiele, in denen sie den Blick des Betrachters manipuliert. In ihren exakt choreographierten VideoTanzInszenierungen sind Körper, Stimme, Musik, Licht, Video und Raum gleichwertige Spielelemente einer aus den optischen Fugen geratenen Bühne.



_ Aktuelle Produktion

In "see and be scene" sitzt das Publikum wie bei einem Gastmahl an einem 16 m langen Tisch, auf dem sich drei japanische Table-Tänzerinnen und ihre Phantasien spiegeln. Inspiriert von dem Kultroman "Glamorama" von Bret Easton Ellis, zeigt die Choreographin eine Welt, in der alles Inszenierung und Hype ist. Sie inszeniert eine Séance, die abrupt von Verführung zu Jagdinstinkt, vom Voyeurismus zum Fluchtreflex wechselt. Zwischen der erotischen Intimität und der Zerstörung des Körpers liegt nur ein Lächeln. Nichts ist echt. Die drei Tänzerinnen tragen nicht ihre Haut, sondern Kopien von Haut, ein Werk der Medienkünstlerin Alba d'Urbano. Den Puls in ihren Adern komponiert der israelische Drummer Arik Hayut (Monoblock). Den Catwalk, auf dem sich die Körper preisgeben, präpariert die Videokünstlerin Karina Smigla-Bobinski. Er zieht dem Tanz den Boden unter den Füssen weg. Jede Verführung ist Lüge und Eroberung, Terror und Liebeslust. Mode ist die reinste Form des Terrorismus.


_ Künftige Produktionen

2001 "The Art of Kissing - a manual"

_ Repertoire

_ "see and be scene" (2000), 3 TänzerInnen, 60 min., architektonisch interessanter Raum mindestens 20 x 15 m für Zuschauer und Bühneninstallation
_ "Cheshire Cat ®" (1999), 3 TänzerInnen, 60 min., Minimum Bühne: 12 x 8 m, ansteigende Zuschauertribüne
_ "glücksjohnny" (1998), Solo, 60 min., Minimum Bühne: 9 x 7 m
_ "vodka konkav" (1997), Duett, 60 min., Minimum Bühne: 12 x 11 m, keine Zuschauertribüne
_ "die krankheit tod" (1993 ), Solo, 50 min., 120 qm Raum für Zuschauer und Bühneninstallation

_ Links