_ Cie. Felix Ruckert



_ Biographisches

Von 1982 bis 1992 studierte Felix Ruckert Tanz in Berlin, Essen, Paris und London. Er arbeitete mit diversen Choreographen wie zum Beispiel Jean-François Duroure, Mathilde Monnier, Charles Cré-Ange, Wanda Golonka und anderen. Von 1992 bis 1994 war er Mitglied von Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal. 1994 gründete Felix Ruckert seine eigene Compagnie in Berlin und tourte anschliessend weltweit mit eigenen Projekten. Compagnie Felix Ruckert gestaltet sich als eine internationale "Auflese-Compagnie", die sich um einen festen Kern von Tänzern, Darstellern, Musikern und Bildenden Künstlern herum formiert. Seit 1994 sind seine Arbeiten von vielen Europäischen Veranstaltern gezeigt und co-produziert worden. Die Compagnie hat ihren Hauptsitz in Berlin, wo sie eine besondere Beziehung zum Dock 11 entwickelt hat. Seit 1988 wird die Companie Felix Ruckert vom Berliner Senat gefördert.
_ Arbeitsansatz

In seinem gesamten Werk hinterfragt Felix Ruckert die Wahrnehmung von Live-Performances. Er gestattet dem Zuschauer/der Zuschauerin eine aktive Rolle in der Performance und konfrontiert sie oder ihn mit intensiven Gefühlen. Dieses Hinterfragen hat radikale, experimentelle und kontroverse Herangehensweisen hervorgerufen. Diese reichen von interaktiven Erfahrungen mit den Zuschauenden in Stücken wie "Hautnah", "Ring", "Schwartz", über Stücke reiner choreographischer Forschung wie "Choreographisches Projekt", "Sbalit", die das übliche und konventionelle Format von Tanz hinterfragen, bis zu der Installation "Stillen", die die Rollen von normalerweise bewegungslos von einem Stuhl aus beobachtenden Zuschauern und sich auf der Bühne bewegenden Menschen umkehrt.



_ Aktuelle Produktion

"Choreographisches Projekt" (1999). Falls es Felix Ruckerts Anliegen ist, dieses Stück in die Richtung einer reinen choreographischen Forschungsarbeit und Komposition zu drängen, im Kontrast zu seinen üblichen interaktiven Zuschauer / Tänzer Erfahrungen ("Hautnah", "Schwartz" oder "Ring"), dann stellt sich das Ergebnis trotzdem als eine Veränderung aller konstitutiven Elemente einer Performance in eine andere Reihenfolge dar. Unverblümter Tanz wird im ersten Teil gezeigt, der es der Kraft der reinen Bewegung erlaubt, die Zuschauer direkt anzusprechen, ohne die üblichen ästhetischen Filter wie Musik, Licht oder Bühnenbild. Musik und Licht kommen im manchmal hinzugefügten zweiten Teil vor, wo sie eine Verzögerung im Bewusstsein der Zuschauer hervorrufen und stärkere imaginative Mitarbeit von den Zuschauern fordern.
_ Künftige Produktionen

"Sex" ist ein Versuch den Begriff neu zu belegen.
Felix Ruckert möchte die besten Elemente aus seinen Experimenten mit unkonventionellen Bühnenkonzepten und die in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen bei der Neudefinierung von Tänzer-Zuschauer- Beziehungen in einem neuen Stück zusammenfassen: die Intensität von "HAUTNAH", den sozialen Charakter von "RING" und die Unaufdringlichkeit von "STILLEN".
Das Ergebnis soll ein ritualisiertes, sinnliches Zusammentreffen von Tänzern und Zuschauern sein, wobei sich die Grenze zwischen Agierenden und Reagierenden verwischt: Es geht um eine unschuldige, spielerische, raffinierte ( und öffentliche) Form von Sexualität und gleichzeitig um eine innovative Form intelligenter Unterhaltung.
"Sex" wird als Prozess organisiert, der in ständiger direkter Auseinandersetzung mit dem Publikum seine Form findet. Die Spielstätte ist eine Lounge aus Sesseln und Liegen, in der das Stück sich dezentral entwickelt. Christian Meyer Mal, der u. a. schon für "SCHWARTZ" und "RING" komponierte, nähert sich "Sex" in seiner Eigenart und gestaltet einen nicht betretbaren und unerhörten Raum. Die Besetzung besteht aus einer international zusammengesetzten Gruppe von Tänzern und Performer, die ebenfalls zum Teil schon seit Jahren mit Felix Ruckert zusammenarbeiten.

Premiere: 29.11.2000 @ Dock 11


_ Repertoire

_ "Hautnah", 10 Tänzer + 3 mitreisende Personen, Minimum Bühne | stage: 200qm, auch auf mehrere Räume verteilt
_ "Schwartz", 1 Musiker + 2, 8 x 4 m Grundfläche, geschlossener Raum
_ "Ring", 2 Musiker, 2 Tänzer + 2, 21 lokale Tänzer 15 x 15 m, auch im Freien
_ "Choreographisches Projekt", 4 Tänzer + 2, 10 x 10 m, Tanzboden, aber auch im Freien
_ "Stillen", 7 lokale Performer + 2, 100qm, im geschlossenen Raum
_ "Blind Dates", + 2, in einer Stadt, draussen
_ "Citysleepers", 7 Tänzer +2, in einer Stadt, draussen
_ "Station Scores", 10 lokale Performer, in einem Bahnhof
_ Neue Produktion 2000, "ALP!", 10 Tänzer, 2 Musiker + 3, 150 qm


_ Links

www.felixruckert.de
www.dock11-berlin.de